Paranormal Activity: Das Mörder-Hospital Beelitz-Heilstätten in Fotos

Der morbide Charme der verlassenen und heruntergekommenen Gebäude der ehemaligen Heilanstalten in Beelitz-Heilstätten wird potenziert durch das Wissen um mindestens drei grausige und reichlich bizarre Morde, die hier geschehen sind.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert erkrankten die Berliner Arbeiter masenhaft an Tuberkulose. Hauptursache waren die schlechten Wohnverhältnissen in den Mietskasernen der Hauptstadt. Die Landesversicherungsanstalt baute deshalb Sanatorien im Umland. In Beelitz-Heilstätten entstand ein zu seiner Zeit hochmoderner Gebäudekomplex. Die Anlage verfügte über das erste Fernheizkraftwerk Deutschlands. Sie hatte sogar über ein eigenes Schlachthaus zur Versorgung der Patienten. Im Ersten Weltkrieg wurde Beelitz-Heilstätten zum Lazarett umfunktioniert. 1916 erholte sich hier unter anderem ein unbekannter Gefreiteter namens Adolf Hitler. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Sowjetarmee den Komplex als Militärkrankenhaus.

 

 

1991 wurde Beelitz-Heilstätten zum Schauplatz eines grausigen Mordes. Ein Serienmörder tötete die 34-jährige Ehefrau eines russischen Arztes und ihr drei Monate altes Baby. Der Täter hatte einen Fetisch für pinke Kleidungsstücke. Deshalb nannte ihn die Boulevardpresse „Rosa Riese“. Er wurde noch im selben Jahr gefasst. Passanten hatten ihn in einem Wald entdeckt – beim Masturbieren mit einem rosa BH. Zahlreiche Medien berichteten über den Fall. Oftmals beschrieben sie den Osten Deutschlands als Paradies für Verbrecher. „Der spektakuläre Fall offenbart erneut, wie überfordert die Polizei in den neuen Bundesländern noch immer ist“, meinte zum Beispiel der Spiegel.

Sex-Mord in Beelitz-Heilstätten

Nach dem Abzug der russischen Streitkräfte verfielen die Gebäude. Im Sommer 2008 nutzten der Hobbyfotograf Michael F. und eine 20-jährigen Bekannte die Ruinen als Kulisse für ein Fotoshooting. Im Hotel erwürgte der Fotograf das Model. Er hatte sie im Internet kennengelernt. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, es habe sich um einen Sex-Unfall gehandelt. Denn die Partnerin sei bei einvernehmlichen Atemreduktionspraktiken umgekommen. Aber Michael F. hatte den Kopf seines Opfers mit einer Bratpfanne eingeschlagen. Auch nach der Tat verging er sich noch mehrmals an der Leiche. Deshalb glaubte das Gericht nicht an einen Unfall. Und verurteilte den Naturwissenschaftler zu zehn Jahren Psychiatrie.

 

 

Heute gilt das Areal als Attraktion für Horror-Touristen und Wochenendbesucher aus Berlin. Lokale Gastwirte berichten gern von spektakulären paranormalen Erscheinungen, wohl nicht ganz ohne geschäftliches Eigeninteresse. Die Szene der semi-professionellen Geisterjäger diskutiert die verlassene Heilanstalt unterdessen kontrovers. Eine Fraktion – die „Austria Paranormal Investigators“ – ist sich sicher, bei  Untersuchungen vor Ort mysteriöse Stimmen gehört zu haben. Die „Paranormal Research Group Hamburg“ jedoch hat keinen „realen Spuk“ feststellen können.

Vielleicht hat aber auch die Userin eines Online-Forums für paranormale Phänomene Recht. Die vermutet, dass in Beelitz-Heilstätten womöglich falscher Spuk inszeniert wird. Und zwar, wir vermuten es bereits, um vom wirklichen Spuk abzulenken.

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Alle Fotos: © Nadine Talakovics