Umfrage: Verbraucher besorgt wegen Lebensmitteln, die DNA enthalten

Die Mehrheit der US-Konsumenten sieht genmanipulierte Lebensmittel kritisch, weiß aber nicht warum. Eine aktuelle Umfrage von Marktforschern legt nahe, dass viele Menschen absurde Gesetzesänderungen unterstützen, wenn man sie danach fragt. Mit DNA wollen sie jedenfalls nichts zu tun haben.

In öffentlichen Debatten um kontroverse Themen wie die genetische Manipulation von Lebensmitteln werden häufig Umfragewerte herangezogen, um auf die kritische Haltung der Bevölkerung hinzuweisen. Doch was wissen die Verbraucher eigentlich über das Thema? Nicht allzu viel, behauptet eine Studie, die Brandon McFaddon und Jason L. Tusk von der University of Florida letzte Woche veröffentlichten.

Den 1004 Teilnehmern wurde eine Vielzahl von Fragen gestellt, um herauszufinden, wie viel sie sie von Genetik verstehen – und wie dieses Wissen ihre Meinung beeinflusst. Nur eine Minderheit von 8 Prozent hielt sich selbst für gut informiert, die Mehrheit war sich nicht so sicher. Diese Selbsteinschätzung scheint zuzutreffen: Ein Drittel der Befragten glaubte dann auch, dass Gemüse normalerweise gar keine DNA enthält.

Wer braucht schon diese DNA?

Die Befragten zeigten große Schwierigkeiten, mit den Begriffen umzugehen. Beeindruckende 84 Prozent stimmten der Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Lebensmittel zu. Ein Verbraucherschützer könnte diese Zahl als Beleg für eine kritische Stimmung heranziehen. Aber gleichzeitig wünschten sich 80 Prozent auch eine Kennzeichnung von Produkten, die “DNA” enthalten – also praktisch alle.

Eine solche Regelung würde wohl niemandem etwas nützen. Anscheinend misstrauen viele Menschen den Genen im Allgemeinen. Damit ist aber noch gar nichts über tatsächliche DNA-malipulation und ihre Folgen gesagt. Nun kann man die Repräsentativität der Studie infrage stellen oder die Intention der Forscher. Das gilt aber auch für andere Arbeiten, vor allem, wenn sie vorgebracht werden, um politische Positionen zu untermauern.

Die Studie wirft die Frage auf, wie aussagekräftig Umfragewerte in Debatten sind, wenn das Thema so kompliziert ist, dass große Teile der Öffentlichkeit es nicht verstehen. Die Grundlage einer ohne hinreichende Information gefassten Ablehnung kann eigentlich nur Ressentiment sein. Das Ergebnis deutet aber auch darauf hin, dass es der naturwissenschaftlichen Forschung nicht wirklich gelingt, mit dem Normalbürger zu kommunizieren.

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Wer die Kennzeichnung genmanipulierter Lebensmittel fordert, misstraut auch der DNA allgemein (© McFadden / Lusk)
Wer die Kennzeichnung genmanipulierter Lebensmittel fordert, misstraut auch der DNA allgemein (© McFadden / Lusk)