Außer Atem: die Fotografie von Tomohide Ikeya (NSFW)

In den Arbeiten des japanischen Fotokünstlers Tomohide Ikeya finden sich die Figuren existenziellen Bedrohungen ausgesetzt. In einer lebensfeindlichen Umgebung wird der Mensch auf seinen Kampf um das nackte Überleben reduziert.

Das Wasser schert sich nicht um Status, Geschlecht oder Alter. Wenn die Welle auf den Körper des Menschen trifft, ist er für sie nur ein Hindernis, das es zu überwinden gilt. Die Natur umschließt den Menschen, droht ihn zu verschlucken, in sich aufzulösen, ungeachtet seines erbitterten Widerstandes.

 

Die Lunge hat nur ein beschränktes Fassungsvermögen. Auch wenn dieser Fakt im Alltag keine große Rolle spielen mag, lässt er sich unter Wasser unmöglich ignorieren. Wenn der Mensch vollends von dem Element umschlossen ist, dringt seine tief im Innern verborgene Angst an die Oberfläche.

„Wenn er nicht kämpft, wird der Mensch zu einer Puppe“, erwidert Tomohide Ikeya auf meine Frage, ob alles Leben nur Kampf ums Dasein sei. Widerstand oder Kapitulation – mehr Optionen lässt seine kompromisslose Arbeit nicht. Und das ist es wohl, was ihre ungeheure Faszination ausmacht.

 

Alle Bilder: © Tomohide Ikeya