“Prints for Refugees” hilft Flüchtlingen durch den Verkauf von Kunst

Die Website „Prints for Refugees“ bietet Kunstfotografie zum Kauf an, der Erlös kommt einer Hilfsorganisation zugute, die medizinische Hilfe für Flüchtlinge bereitstellt. Hinter dem Projekt steht der Fotograf Mark Sheratt.

Das Bild des dreijährigen Aylan Kurdi, der Anfang September bei der Flucht ertrunken war, beeindruckte den Londoner Fotografen so sehr, dass er eine Initiative ins Leben rufen wollte, um Flüchtlingen in Not zu helfen. Sheratt kontaktierte befreundete Fotografen und andere, die er zwar nicht persönlich kannte, aber deren Arbeit er schätzte. Mittlerweile verkauft er deren Kunstdrucke im Internet, der Erlös geht an die Hilfsorganisation „Doctors of the world“ (DOTW).

“Das gesamte Geld geht direkt an DOTW sobald der Druck gekauft wurde, die Seite ist mit deren Bankkonto verbunden”, erklärt mir Sheratt per Mail. DOTW leistet medizinische Versorgung in Krisenregionen, in jüngster Zeit verstärkt im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in Europa. Die Ärzte sind unter anderem im so genannten “Dschungel” in Calais aktiv, einem Camp, in dem Tausende Menschen leben, zumeist aus Nordafrika.

Seit dem Sommer hat sich die Zahl der Bewohner vervierfacht, etwa 6.000 Personen leben dort unter katastrophalen Bedingungen. DOTW ist die momentan einzige Hilfsorganisation, die in dem chaotischen Lager medizinische und psychologische Hilfe bereitstellt. Der Ausbruch von Infektionskrankheiten ist eine ständige Gefahr. Per Gerichtbeschluss sollen die Behörden nun gezwungen werden, für die Verbesserung der hygienischen Zustände zu sorgen.

Dass “Prints for Refugees” nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, sei ihm bewusst, schreibt Initiator Mark Sheratt. Aber er sieht darin einen Erfolg, schon wegen der zahlreichen positiven Reaktionen. Viele Leute hätten ihn gefragt, wie sie helfen können. Es sei eine gute Summe Geld gesammelt worden, deshalb werde momentan darüber nachgedacht, das Projekt zu erweitern. Ablehnende oder feindselige Rückmeldungen habe er keine erhalten.

Die Arbeiten werden auf der Website zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten als das üblicherweise der Fall ist. Nachdem der Kunde bestellt und per Kreditkarte bezahlt hat, werden die Drucke vom jeweiligen Fotografen selbst versendet, der auch die anfallenden Portokosten übernimmt. Sheratt betreibt zusätzlich einen Instagram-Account, um das Projekt zu promoten. “Ich denke”, schreibt er, “es ist fantastisch, wenn Künstler zusammenkommen um zu helfen.”

 

Sam-Robinson: Beach and Fog, Barcelona
Sam-Robinson: Beach and Fog, Barcelona

 

Jack Davison: Kat
Jack Davison: Kat

 

Kate Peters: Noh, Chadian Refugee
Kate Peters: Noh, Chadian Refugee

 

Angus Fraser: Kryziu Kalnas (Hill of Crosses)
Angus Fraser: Kryziu Kalnas (Hill of Crosses)

 

Jack Davison: Liquor
Jack Davison: Liquor

 

Nick Isden: Santa Monica
Nick Isden: Santa Monica