Kein Scherz: Donald Trump wurde für den Friedensnobelpreis nominiert

Ein anonymer US-Politiker hat den Multimilliardär und möglichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner nominiert. Seine Chancen dürften jedoch gering sein, andere Kandidaten wie Edward Snowden oder die Unterhändler des Iran-Atomabkommens zu schlagen.

Der Name Trumps findet sich auf einer Liste, die das unabhängige Peace Research Institute Oslo (PRIO) am 1. Februar veröffentlichte, sie basiert auf gesammelten Medienberichten. Das Friedensforschungsinstitut ist an der Vergabe nicht beteiligt, gibt aber alljährlich „Spekulationen“ darüber ab, wer Aussichten auf den renommierten Preis haben könnte. 2016 wird die PRIO-Shortlist vom Whistleblower Edward Snowden angeführt.

Die tatsächliche Liste der Kandidaten für den Friedensnobelpreis enthält normalerweise über 200 Namen und wird nicht direkt veröffentlicht, darauf finden sich regelmäßig Exoten, die keine ernsthaften Chancen haben. Adolf Hitler wurde beispielsweise ausgerechnet 1939 nominiert, einige Monate vor dem Überfall auf Polen. Ein paar Jahre zuvor hatte Mussolini auf der Liste gestanden. Josef Stalin schaffte es sogar zweimal, nominiert zu werden.

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Tausende von Menschen weltweit sind berechtigt, Kandidaten zu benennen. Dazu gehören Parlamentsabgeordnete, wissenschaftliche Institute sowie ehemalige Preisträger. Einzige Bedingung ist das fristgerechte Einreichen des Vorschlages. Verliehen wird der Preis letzten Endes von einem fünfköpfigen Gremium, das vom norwegischen Parlament ernannt wird. Aktuelle Vorsitzende ist die konservative Politikerin Kaci Kullmann Five.

Das Verfahren wird regelmäßig unter anderem von der Initiative „Nobel Prize Peace Watch“ kritisiert, die eine alternative Liste von Individuen und Organisationen herausgibt, die ihrer Ansicht nach die Ehrung eher verdient hätten.


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Wer auch immer Donald Trump nominiert hat, wollte offenbar nicht namentlich genannt werden. In der Begründung heißt es laut PRIO, der Rechtspopulist vertrete eine Ideologie des „Friedens durch Stärke“, die er als „Abschreckungswaffe“ gegen den Islamismus, die Atompläne des Iran und das „kommunistische China“ einsetze. Tatsächlich hat Trump verkündet, er wolle sich um die Ölförderanlagen des ‚Islamischen Staates‘ kümmern – und „die Scheiße aus ihnen herausbomben“.

An anderer Stelle fabulierte der Tycoon darüber, Familien von Terroristen „auszuschalten“. Im offenen Widerspruch zu diesen Äußerungen, die offensichtlich auf Provokation abzielen und polarisieren sollen, vertritt Trump allerdings – wenn man ihn als Politiker ernstnimmt – eine eher isolationistische Politik, fordert also, zumindest zurzeit, dass sich Amerika insgesamt aus der Weltpolitik zurückziehen sollte.

Foto oben: Flickr | Gage Skidmore | CC 2.0