Evangelikale Christen stehen hinter Trump, obwohl der die Bibel falsch zitiert

Nach anfänglichem Zögern spricht sich die religiöse Rechte der USA mittlerweile mehrheitlich offen für den exzentrischen Milliardär als 45. Präsidenten der USA aus, auch wenn der nicht wirklich bibelfest ist.

Alle Evangelikalen sollten sich jetzt hinter Trump stellen, forderte der Reality-Star Phil Robertson heute während einer Talkrunde des konservativen Radioprogramms Breitbart News Daily. Sollte der offizielle Kandidat der Republikanischen Partei nicht zum nächsten US-Präsidenten gewählt werden, dann werde Robertson abtauchen und sich in die Wälder schlagen müssen, kündigte er nebulös an. Der christlich-fundamentalistische Unternehmer, der sein beträchtliches Vermögen mit dem Verkauf von Entenpfeifen gemacht hat, ist in Deutschland vor allem als Protagonist der TV-Sendung Duck Dynasty bekannt.


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Robertson ist beileibe nicht  der einzige bibeltreue Christ, der nach anfänglicher Ablehnung in das Lager des Immobilien-Milliardärs gewechselt ist. Einer aktuellen Studie des Pew Research Centers zufolge beabsichtigt die überwiegende Mehrheit der weißen Protestanten, im November für Trump zu stimmen. Die Hauptursachen dafür sind dem Meinungsforschungsinstitut zufolge eine generelle Enttäuschung von allen Kandidaten, eine besondere Ablehnung gegenüber Hillary Clinton und nicht zuletzt das Ausscheiden christlich-fundamentalistischer Republikaner wie Ted Cruz.

Um das religiöse Stammwähler-Klientel für sich zu begeistern, hat Trump im Juni eigens einen persönlichen ‘Beraterstab’ aus einflussreichen Evangelikalen berufen, unter ihnen mehrere TV- und Megachurch-Pastoren.

Der presidential hopeful selbst gilt indessen nicht gerade als großer Kenner der Heiligen Schrift. Als er im April nach seinem Lieblingszitat gefragt wurde, bezog er sich spontan auf den Ausspruch ‚Auge um Auge‘ aus dem Alten Testament und schwadronierte: „Sie lachen uns ins Gesicht, sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg, sie nehmen unser Geld“, ohne zu sagen, wen genau er meinte. Die Vereinigten Staaten sollten sich jedenfalls nicht länger herumschubsen lassen, forderte Trump. „Wir müssen standhaft und stark sein, da können wir einiges aus der Bibel lernen.“

Eine eigenwillige Auslegung, zumal Jesus ausgerechnet dieser Passage explizit widerspricht. In der Bergpredigt, einem nicht gerade unbekannten Text des Neuen Testaments, wird die Abkehr von Vergeltung und Rache gefordert. Womöglich sollte sich der Präsidentschaftskandidat noch einmal um Nachhilfe in diesen Dingen bemühen. Phil Robertson jedenfalls stünde bereit, er hatte sich bereits zuvor als theologischer Berater angeboten. Den Republikaner-Parteitag nutzte der Entenpfeifen-Mogul bereits, um seinen neuen Film Torchbearer vorzustellen, in dem er vor dem Untergang der christlichen Zivilisation warnt. Der hat seiner Ansicht nach viel mit dem IS, Hitler und Miley Cyrus zu tun.

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Foto oben: Flickr| Gage Skidmore | CC 2.0