Die verwegene Realität der Nacht: Megan Dohertys Fotografien

Melancholie in Neon-Farben. Megan Doherty fotografiert junge Menschen im nordirischen Derry. Ihre Bilder macht sie manchmal auch mit dem Smartphone. Was von all dem wahr ist, entscheidet die Künstlerin selbst.

„Authentizität ist das, was für dich selbst wahr ist“, schreibt mir Megan Doherty in einer Mail. Die Arbeiten der nordirischen Fotografin könnten wie Momentaufnahmen wirken. Kurze Einblicke in das Leben einer Gruppe junger Frauen. Bilder aus dem Nachtleben, wie sie auf Instagram aufblitzen. Eine gewisse Melancholie schwingt mit, die bringt das exzessive Feiern manchmal mit sich. Oder ist es andersherum? Aber Moment, lassen wir uns nicht täuschen. Das sind keine wirklichen Personen, sondern präzise komponierte Charaktere, die uns aus hyperrealen Inszenierungen entgegenblicken.
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.„Mein Ziel ist es, Figuren mit kühnen und einprägsamen Personas zu entwickeln, die inspirieren. Und in jede dieser Figuren lege ich ein bisschen von mir selbst.“ Doherty taucht selbst in vielen Bildern auf, und sie ist es doch nicht. Ihre Faszination gilt der Nacht, starken Farben vor dunklem Hintergrund. In dieser Atmosphäre entstehe eine andere Form der Wirklichkeit, die womöglich realer sei als die Realität des Tages. „Es gibt diese seltsame Seite der Menschen, die sich nur nachts zeigt. Die Welt wird schäbiger und auch verwegener. Im Dunkeln teilen die Menschen eher ihre Geheimnisse mit.“

Mehr von Megan Doherty gibt es auf ihrer Website oder bei Instagram.