Die letzten Menschen: ‘Silent World’ zeigt Metropolen als Geisterstädte

Wie wäre es wohl, der letzte Mensch auf der Welt zu sein? Die französischen Fotografen Lucie de Barbuat und Simon Brodbeck haben mittels spezieller Kameratechnik turbulente Metropolen in Geisterstädte verwandelt.

Der Asphalt ist sauber, die Stühle stehen gerade, die Leuchtreklamen funktionieren tadellos. Aber für wen? Nur eine einzige Person steht verloren auf dem New Yorker Times Square, alle anderen sind nicht mehr da. Auch am Place de la Concorde in Paris bewegt sich nichts, weder Fahrzeuge noch Fußgänger. Wohin sie verschwunden sind, wissen wir nicht. Die Stille dieser Parallelwelt scheint hörbar.


Leverage Magazine auf Facebook (Artikel geht unten weiter.)


Die Fotografen Lucie de Barbuat und Simon Brodbeck haben ikonische Orte mit einer speziellen Kameratechnik aufgenommen, die normalerweise von der NASA verwendet wird, um weit entfernte Sterne abzubilden. Durch sehr lange Belichtungszeiten von drei bis vier Stunden verschwindet alles Bewegte. Nur einzelne Personen wurden aus Standbildern wieder eingefügt – erstarrte, einsame Figuren.

Straßen und Plätze, auf denen niemand geht. Räume, deren Leere keinen Sinn ergibt. Die Fotos von Silent World zeigen Momente, die so nie Wirklichkeit waren, gleichzeitig jedoch auch nicht völlig irreal sind. Jede Bewegung eines Objektes hinterlässt eine Lücke. Die Addition aller Lücken zeigt eine Welt ohne Objekte, doch dort, wo sie waren, bleibt ein Mangel zurück.

Mehr von Lucie de Barbuat und Simon Brodbeck ist auf ihrer Website zu finden.

.

.

Alle Fotos: © Lucie de Barbuat & Simon Brodbeck